Jakob Anderhandts Standardwerk über den Hamburger Südseekaufmann Eduard Hernsheim ist wieder greifbar

Hamburg/Katoomba, 7. Mai 2021. Als Beitrag zur aktuellen Kolonialismusdebatte liefert „Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld“ eines der wenigen Zeitbilder, die die Komplexität der deutschen Expansion in die Südsee im 19. Jahrhundert einfangen und Brücken für ein Verständnis bauen, statt sich in einseitigen Schuldzuweisungen oder romantisch-verklärenden Ansichten zu verlieren.
Neuerdings ist die Biographie eine zentrale Grundlage für die Streitschrift „Das Prachtboot“ des Historikers Götz Aly. Aly bezeichnet die Biographie als eine „wichtige, höchst anregende und informative Quelle“. Die Originalausgabe (2012) wurde in vielen Fachzeitschriften besprochen und fand überall ein hervorragendes Echo. Der Historiker Stewart Firth (Australian National University) nannte den Zweibänder das „endgültige Werk“ über Eduard Hernsheim. Bei tredition erscheint „Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld“ in einer neuen, durchgesehenen Auflage.

Den Kern von Eduard Hernsheims Geschäftserfolg als Südseekaufmann bildete sein fairer, auf gegenseitiger Achtung gegründeter Verkehr mit den Insulanern. Als Kaiserlicher Konsul für den westlichen Stillen Ozean kämpfte Hernsheim gegen Zwangsrekrutierungen vor den Küsten Neuguineas, eine Spätform des Sklavenhandels. Nach den ersten deutschen Flaggenhissungen in der Südsee setzte er sich gegen einen Missbrauch der Kaiserlichen Marine als Exekutivmacht ein. Gemeinsam mit dem Neffen Max Thiel rettete Hernsheim das letzte Großboot der Hermitinsel Luf und erhielt es der Nachwelt. Heute steht das Boot im neuen Berliner Humboldt-Forum und ist dort das Highlight der Südsee-Dauerausstellung.

Harte Verhandlungen und kompromissloses Vorgehen bildeten für Eduard Hernsheim, der 1909 zu den einhundert einkommensstärksten Personen in Hamburg zählte, keinen Widerspruch zu einem werteorientierten Unternehmertum. Denn genauso galten ihm soziales und kulturelles Engagement als Selbstverständlichkeit. Nur mit ihnen, meinte Hernsheim, konnte ein Geschäft zwischen derart verschiedenen Partnern, wie Südsee-Insulaner und Europäer es zu seiner Zeit waren, gelingen und von Generation zu Generation weitergetragen werden.

Eduard Hernsheim wurde 1847 in Mainz geboren und starb 1917 in Hamburg.

Der Autor Jakob Anderhandt, 1967 in Bonn geboren, lebt seit 2003 im Großraum Sydney. Nach Australien kam er erstmals auf einem Frachtschiff, das auf seiner Reise auch mehrere Südsee-Inseln passierte.

Jakob Anderhandt, „Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld“ – Biographie in zwei Bänden. „Die Südsee-Bibliothek“, Nr. 1 und 2. Zweite, durchgesehene Auflage.

Band 1 / Nr. 1
584 Seiten, 6 Karten, 25 Abb. in SW, 5 Abb. in Farbe
Hardcover : ISBN 978-3-347-24659-1, 35,00 €
Paperback: ISBN 978-3-347-24658-4, 27,50 €

Band 2 / Nr. 2
620 Seiten, 3 Karten, 17 Abb. in SW, 1 Abb. in Farbe
Hardcover: ISBN 978-3-347-24661-4, 35,00 €
Paperback: ISBN 978-3-347-24660-7, 27,50 €

Bestellmöglichkeit über den Verlag:
Band 1: https://tredition.de/autoren/jakob-anderhandt-36448/eduard-hernsheim-die-suedsee-und-viel-geld-paperback-150681/
Band 2: https://tredition.de/autoren/jakob-anderhandt-36448/eduard-hernsheim-die-suedsee-und-viel-geld-paperback-150683/

Im Buchhandel erhältlich ab der dritten Maiwoche 2021.