Wuppertal 03.04.2021– Eine Gruppe Wuppertaler Eltern und Pädagogen haben Mitte der Woche in einer eindrucksvollen Aktion am Rathaus Wuppertal auf die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche hingewiesen. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Schneidewind vom 31. März 2021 geben sie ihrer Sorge um die anhaltenden Beeinträchtigungen der Gesundheit und Entwicklung ihrer Kinder Ausdruck und fordern eine Rückkehr zur Orientierung am Kindeswohl. Der Landesverband NRW der Partei dieBasis unterstützt diese Aktion von Eltern mit Nachdruck.

Fantasievoll bemalte und gebastelte Plakate und aufgestellte Kinderschuhe auf der Treppe zum Rathaus Wuppertal erzählen davon, wie es Kindern derzeit geht. Mit der Aktion „Ein Schuh für jedes Kind“ und „Kinder brauchen Liebe, keinen Abstand“ wollen Eltern die Aufmerksamkeit auf die Kinder lenken und „ihnen eine Stimme geben“, wie es in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Schneidewind heißt. Darin monieren Eltern und Pädagogen sowohl das „social distancing, das pausenlose Maskentragen, die strengen Quarantäneverordnungen, das monatelange Homeschooling als auch die geplanten Maßnahmen wie die Einführung von Schnelltests“.

dieBasis NRW unterstützt die kreative und friedliche Aktion von betroffenen Eltern und Kindern. Die Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes NRW, Nathalie Sanchez Friedrich, sieht in Übereinstimmung mit den Wuppertaler Eltern eine „massive Verletzung der Kinderrechte und der UN-Kinderrechtskonvention, zu der Deutschland sich seit 1992 verpflichtet hat“.

Unter Berufung auf Prof. Dr. Michael Klundt, Kindheitswissenschafler an der Hochschule Magdeburg-Stendal, sehen die Eltern nämlich das Kindeswohl gefährdet. „Seit einem Jahr leiden unsere Kinder und Schüler aufgrund eines mangelnden Freizeit- und Sportangebots unter sozialer Isolation, Ausgrenzung, Angstzuständen, Depressionen und Suizidgedanken. Alles in allem besteht Gefahr für die Kindesentwicklung, da es zur erheblichen Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls kommen kann (§ 8a SGB VIII).“

dieBasis NRW betont zudem die Notwendigkeit eines Kinder-Corona-Gipfels mit Experten aus allen wichtigen Disziplinen, damit alle Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche betreffen, nach Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden.

Wie lange die Aktion am Rathaus Wuppertal stehen bleibt, ist ungewiss. Die Eltern haben darum gebeten, sie über Ostern nicht zu entfernen, und angekündigt, sie nach den Ostertagen selbst abzuräumen.